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Samstag, November 03, 2007

Europäische Hauptstadt ...

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… Made in Chile, scheint es. Kölner Kreise haben uns mental darauf eingestellt, sodass uns zwar die Überraschung ereilte, der Kulturschock jedoch nicht allzu groß war ...

Den Sand und den Staub der Atacama, der uns in den Augen brannte und aus den Ohren herauskam, haben wir ebenso wie die Stille der Wüste gegen den Straßenstaub, der unsere Lachfalten besetzt, und den Straßenlärm, der in unsere Ohren dringt, einer Großstadt eingetauscht …

Doch macht uns das auf den „ersten Blick“ wenig aus, sind wir doch in einem Viertel – Brasil – untergekommen, in dem die Straßen so voller Grün sind wie die in Berlin. Und weil hier gerade der Frühling ausbricht, blühen nicht nur die Bäume ...
Die Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und sehen auch genauso aus , von einigen hingerotzten Bankgebäuden einmal abgesehen. In einem der leicht antiquierten, einstöckigen Gemäuer finden wir unser
Hostal – nette, geräumige Zimmer mit hohen Wänden, einem super Service und herzlichen Menschen an der Rezeption …

Beim Erkunden des Terrains finden wir Straßenzüge à la PrenzlBerg (sowohl um Rosa als auch Schönhauser oder Helmholtzplatz – Barbara plädiert eher für Zille- oder Bergmannstraße …), mit Bars, Restaurants, Clubs voller junger Leute, unter denen wir "ältere Semester" nicht unangenehm auffallen. Tische und Stühle stehen auf dem Gehweg, T-Shirt- und Top-Zeit bis zum späteren Abend, Frühling eben …
Die Plaza Brasil, eher ein Park mit uralten Bäumen und größeren Rasenflächen, ähnelt von der „Nutzung“ her stark an „Kennedy“ in Lima oder den Kreuzberg – nette Atmosphäre.

Dank des Fliegers, der uns in gut zwei Stunden von Calama hierher brachte, blieb uns gleich am „Anreisetag“ entsprechend viel Zeit, uns ein wenig umzusehen – der Bus hätte reichlich 24 Stunden gebraucht. Und die Ausblicke auf Wüste, gepuderzuckerte Andenkette mit massiven Sechstausendern und zugefrorenen Stauseen aus der Vogelperspektive ließ uns kein Auge zu tun …

Santiago hält auch dem zweiten Blick stand (hatten wir schon einmal …), ist diese Stadt doch quirlig, ohne hektisch zu wirken. Die Fußgängerzonen, sehr gepflegt, laden nicht nur zum Bummeln ein (europäisch gestylte große wie kleine Läden aller Art mit einem wohl sortierten Angebot), sondern auch zum Verweilen auf Sitzmöbeln, die nicht aus Waschbeton bestehen, in netten Cafés oder kleinen Restaurants – Mc Donald’s brauchen wir nicht, die Toiletten „der anderen“ sind tiptop …
Eine Frau, die auf der Straße Weihnachtsmänner aus Plastik anpries, überraschte uns - es muss bei ALDI wohl schon Dominosteine zu kaufen geben... Dennoch hasten die Menschen nicht, sondern schlendern in Familie um die Blocks an der Plaza.
Hier rauchen die Köpfe der Schachspieler, hängen die der bildenden Künstler und hüpfen die der TänzerInnen.

So ein bisschen Stadtluft tut gar nicht schlecht, stellen wir fest – und geniiiiießen …



(wikipedia zu
Santiago)

(Fotos zu
Santiago)

(fotografischer Nachtrag)


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