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Freitag, Dezember 28, 2007

Vom Winde ...



… von wegen verweht, zerzaust, stehen die Bäume nicht nur im Nationalpark, sondern auch an den Ufern des Beagle-Kanals und auf den Höhen um die Estancia Harberton rum.

Auf diese Ranch zog sich Thomas Bridges vor über hundert Jahren zurück, nachdem es an den Yamanas mangels Masse (geraubte Nahrungsgrundlagen – Wale und Seelöwen –, Masern, Lungenentzündung und TBC, alles aus Europa importiert …) nichts mehr zu missionieren gab. Einen Genozid, wie ihn Chatwin und Theroux herbeidichten, gab es nicht, wohl eine zynische Gleichgültigkeit gegenüber den „natürlichen“ Todesursachen der Ureinwohner. Trotz all seiner Bemühungen aus gewiss höchst hehren Absichten gelang es Bridge nicht, die Yamanas vor dieser Art von Infektionen zu schützen …

Die Estancia hat sich im Vergleich zu historischen Fotos und Zeichnungen von dunnemals mindestens so verändert wie Willi im Vergleich zu seinem Konterfei in seinem Urführerschein - ohne Erläuterung läuft nix … Auch will dem Jungen aus dem Westerwald nicht in den Kopf, „… warum mensch hier bei diesem Wetter, diesem Wind, in dieser entlegenen Gegend eine Farm aufmachen muss …“ – Vielleicht sollte die nächste Reise auf die Hebriden führen …

Gewiss, die dreistündige Bootstour von Uhuaia aus ist nicht unspannend. Die Landschaft wirkt höchst interessant und bereisenswert – mit dem Retourticket in der Tasche … Selbst der dezente Hauch von Seelöwenkolonie, mit denen der Ostwind die Nasenschleimhäute ätzt, ist zu verkraften, sobald mensch die Säuger endlich dichte bei beobachten kann. Auch macht der dunkle Himmel seine Drohung mit Regen nicht wahr, sondern hält sich so lange zurück, bis wir in unserer warmen Hütte sind.

Mal sehen, aller guten Dinge sind DREI – am Samstag schippern wir über den Kanal Richtung Osten, bevor wir nach Süden zum Kap Hoorn drehen …


DIES DÜRFTE FÜR DIE NÄCHSTEN VIERZEHN TAGE DER LETZTE BLOG SEIN, WEIL DIE DIGITALE KOMMUNIKATION VOM SCHIFF AUS HÖLLISCH TEUER IST …


… von wegen Handy, Micha, IRIDIUM ist angesagt …

…kommt also gut ins Neue Jahr und geduldet Euch bis zum 11. Januar, dann spendiert uns Kempinsky Buenos Aires gewiss einen Internetanschluss …

panther & co



(Fotos zu Beagle 2)


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Dienstag, Dezember 25, 2007

Heiligabend ...



… am Ende der Welt – zu glauben nur beim Blick in den Kalender. Ansonsten werden Erinnerungen wach an Adelaide – sommerliche Temperaturen, Sonnenuntergang hier gegen 22:10 Uhr, keine blinkenden Lichterketten, keine Hektik in den Straßen, Weihnachtsmänner under cover etc.


Schaut selbst …


Euch allen ganz herzlichen Dank für die Grüße und die Guten Wünsche!

panther & co




Weihnachtsspaziergang …


… in Feuerland, bei starkem Wind und 22 Grad im (Wind)Schatten durch Ebenen und Hochmoore bis zur Biberburg, Vogelgezwitscher und Kaninchen, die genüsslich ihren Festtagsschmaus in den Sumpfwiesen einnehmen …

Montag, Dezember 24, 2007

In Feuerland ...



… da brennt nix an, nicht einmal der Sonnenschein. Der lockt einen aus der Falle, begleitet einen zum Frühstück, setzt einen in den Bus zum Nationalpark und dann, schwups, ist er weg und lässt einen alleine – na gut, nicht im Regen stehen, doch bei bedecktem Himmel einen wunderschönen Pfad an der Küste bergauf, bergab, durch immergrüne Wälder und immer feuchte Sumpfwiesen wandern.

Gewiss, Sonne im Bild hätte uns zu mehr und anderen Fotos animiert, doch gerade das trübe Wetter, der Wind, der an allem zaust, sobald man aus dem Schatten der Wälder heraus tritt, Wolken, die nicht ziehen, sondern jagen, passen hervorragend in das Bild, das wir uns von dieser Gegend gemacht haben.

Und zwischen all den urwaldähnlich verbliebenen Gehölzen finden sich hin und wieder Spuren ehemaliger oder aktueller menschlicher Besiedlung – ob die Pfahlstümpfe ehemaliger Fundamente, die Reste einer Holzverschalung, mit der ein Brunnen eingefasst war oder genüsslich weidende Pferde mit frischen Brandzeichen … Dass hier Menschen lebten lange bevor sich die Weißen breit machten, erfährt man beim Besuch des kleinen Museums Yamana in Ushuaia.



(Fotos zur Costera-Wanderung)

(wikipedia zum Nationalpark)
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(Touren um Ushuaia)

Sonntag, Dezember 23, 2007

Stille Nacht allerseits ...



… und ein besinnliches, gut verträgliches Weihnachtsfest voller bekömmlicher Tage auch in der erweiterten Familie und frei von Völlegefühlen jedweder Art.

Wo es schon so nah ist: Ein erlebnisreiches NEUES JAHR, an das Ihr in zwölf Monaten gerne „zurück“ denkt, verbunden mit einem gelungenen Guten Rutsch ins selbige.


Ganz herzliche Grüße aus dem kalten Süden in den kalten Norden von

Panther & Co

Wir sind am Ende ...



… der Welt angekommen, jedenfalls fast (54°48'S; 68°18'W), gerade rechtzeitig zum Ende des Jahres und kurz vor dem Ende unserer Reise – so wie von Anfang an geplant.

Dass wir mit Ushuaia (ihrem Verständnis nach die südlichste Stadt der Welt) in einer recht quirligen, kleinen Hafenstadt gelandet sind, merken wir allenfalls beim Flanieren durch die San Martin, der hiesigen Friedrichstraße – paar Blocks weiter ist der Hund verfroren, so wie in ...
Ähnlich wie ihre Schwestern, die „erst vor kurzem“ gegründet wurden, ist diese Ansiedlung ästhetisch alles andere als schön. Dafür umwirbt sie lebhaft mit anspruchsvollen Läden, kompetenten Tourunternehmen und liebenswürdigen Menschen den Fremden. Bars, Cafés und Restaurants, von Hotels ganz zu schweigen, decken die Bandbreite aller Geldbeutel, Geschmäcker und Vorlieben ab und geben sich von bieder über gemütlich / nett bis verrrucht. Mit ein wenig Sonne am Himmel kann man es hier gut aushalten – für eine Woche oder so …


(allererster Eindruck von Ushuaia)

(wikipedia zur Provinz Tierra del Fuego)



Törn over …


… und danach nicht ernsthaft nass zu sein, ist auch den richtigen Klamotten zu verdanken. Hätten wir uns auf die lachende Morgensonne verlassen, unter der wir die nachmittägliche Segeltour auf dem Beaglekanal klar machten, wir wären nass wie die Katzen in unsere Hütte geschlichen.

Bei bedecktem Himmel und leichtem Nordwest werfen wir die Leinen los und lassen uns mit gerefften Segeln zur „Isla H“, des südlichsten Fleckchens argentinischen Lands, schippern, um dort „exklusiv“ mit sechs anderen Passagieren feuerländische Flora und Fauna zu durchwandern.
Blühende Pflanzen, die keine Weihnachtssterne sind, tragen wenig dazu bei, christkindliche Gefühle aufkeimen zu lassen … Und die Falken, die wenige Meter oberhalb der Kormorannester nur darauf lauern, dass die Eltern ob großen Hungers mal kurz ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkämen, erinnen eher an die Schergen des Herodes denn an friedvolle Weihnachtstage …

Zurück an Deck, macht auch das Wetter keinen wirklich friedlichen Eindruck: Die nördliche Küste ist in Wolken und im Regen verschwunden. Die Seelöwen, die ihren Felsen "Isla del Lobos" friedlich mit den Kormoranen teilen, scheint das alles wenig zu stören. Die Heuler machen ihrem Namen alle Ehre, die Macker flezen sich zwischen ihren Kühen und der Wind frischt heftig auf.

„Hart am Wind“ (Danke, Bernhard, hat Willi von Dir) laufen wir zurück – und holen fässerweise Wasser über. Spannend und feucht für eine gute dreiviertel Stunde ist’s an Deck, dazu frische Luft, der Windmesser zeigt 32 (!) Knoten (!) - kein Latein.

Zurück an der Mole pellen wir uns aus unseren nassen Regenklamotten – mit trockenem Fell. Unsere Mitsegler, die weder Bernhard noch Tschibo kennen, triefen aus den Hosenbeinen und streben eiligst ihren heißen Duschen zu.

Wir gönnen uns ein gutes Abendessen, bevor wir genussvoll in unsere Badewanne mit Spa gleiten, den Rotwein (ja, ja, gilt auch für Willi, der isst ja schließlich auch Barbaras Nougatschokolade, wenn gerade keine andere Sorte naschbar ist …) wohl temperiert, und geben uns den Planungen des nächsten Tages hin …


(Fotos zum Törn)

(wikipedia zu Feuerland)



Donnerstag, Dezember 20, 2007

... dann drei, dann vier, ...



… dann … Doch angesichts strahlender Ginsterbüsche, blühender Lupinen und Flecken gelber Rapsfelder kommen Zweifel auf, wer denn wohl dann vor der Tür stehen wird. Auch fehlen die Dominosteine, das Schmuddelwetter und jenes Gedudel in einschlägig dafür bekannten Straßenabschnitten, die uns an den bevorstehenden Weihnachtsmann glauben lassen.
Auch vermischen sich hier nicht die Düfte frisch gebrannter Mandeln oder freizügig ausgeschenkten Glühweins mit den Abgasen von Oldtimern jenseits aller Euronorm. Kein Hauch von Hektik in den Straßen, keine Tragetaschen mit weihnachtlichen Motiven; nicht mal die Post mahnt, Grußkarten und Päckchen möglichst frühzeitig aufzugeben …

Doch, es gibt verschämte Hinweise auf jenes Fest: Den Sturz oberhalb des Tresens unseres „Lieblings“restaurants ziert seit gestern eine Kette Tannengrün - Made by Bayer, über den Schultern der ausgestellten T-Shirts „I did it“ sind kunstvoll bunte Lamettastreifen geworfen (dem Dekoratör ist nix zu schwör) und an Türklinken, von Punktstrahlern und Fensterstürzen baumeln rote Geschenkschleifchen, die, hätten sie keine güldene Borte, eher an die Aidshilfe denn an das bevorstehende Fest der Liebe erinnerten. Und die fünf, sechs Plakate, auf denen irgendein Weihnachtsmann für günstige Kredite oder sonstige Sonderangebote wirbt, erinnern eher an vergessene Relikte lange zurück liegender Landtagswahlkämpfe.

So neigt sich für uns die Adventszeit friedlich wie lange nicht mehr dem Ende zu – herrlich, wenn mensch an Manches erst gar nicht großartig erinnert wird. Es gibt bestimmt noch Vieles, ohne dass sich gut klarkommen ließe, auch wenn es das nicht gäbe …

… Schule zum Beispiel …




(gewisse
Reminiszenzen …)

Wenn es den Eseln zu wohl ist, ...



… gehen sie aufs Eis, unter fachkundiger Anleitung selbstverständlich und mit Steigeisen an den Füßen.

Der Perito Moreno wärmt sich in der Spätfrühlingssonne und strahlt alle die heiteren Gesichter an, die sich per Boot nähern, um ihm auf die Pelle zu rücken. Nach einem warmen Empfang on the rocks und ein paar Metern durch Wald und über geschliffene Felsen folgen gletscherwissenschaftliche Ausführungen. So wird uns klar, auf wen oder was wir unsere Füße setzen ...

… zunächst einmal auf ein Holzbänkchen, wo unser „bedingt steigeisenfestes“ Schuhwerk mit eben jenen Hilfsmitteln verzurrt wird, die das Gehen auf dem Eis nicht zu einer Rutschpartie werden lassen (sollen).

Und los geht’s über Buckel, Spalten, Rinnsale (auch der Gletscher schwitzt in der sommerlichen Wärme), die gurgelnd in „Gletschermühlen“ verschwinden. Sobald wir uns ein wenig eingelaufen haben und die sorgsam vorgeführten Techniken beim Steigen wie beim Absteigen annähernd beherrschen, fordern unsere beiden Vorsteigerinnen ein wenig mehr.
Die nicht immer ganz einfache Kraxelei lohnt der grandiosen Aus- und Rundumblicke wegen. Viel zu früh geht es zurück auf „Los“. Dabei verabschiedet uns an der „Schloßstraße“ Jim Beam - on the rocks.

Auf dem Rückweg setzt der Moreno noch eins drauf: Unter kräftigem Getöse schubst er riesige Stücke von sich ins Wasser – und schlägt damit hohe Wellen.




(Fotos zum
Minitrekking)

(Moreno mal
anders)


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Mittwoch, Dezember 19, 2007

Von hinten auf den Hund ...

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… stürzten sich die Weihen im Vogelreservat El Calafates, um Bruno, eine der 678 üblicherweise in den Straßen des Ortes berbermäßig friedlich herumlungernden Tölen aus ihrem Jagd- und Nistgebiet zu vertreiben.


Die Rudeltiere, die sich jedem Zweibeiner anschließen, der ihnen völlig unabsichtlich einen nicht abweisenden Blick zugeworfen hat, und die ihm scheinbar unbeteiligt und uneigennützig bis vor die Pforten eines Supermarktes oder einer Bar folgen, um, je nach Geduld, auf ihn zu warten oder jedweden an seiner Stelle auf die Straße tretenden Menschen in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten (nicht nur der Mensch lebt nicht von Brot allein) für die nächsten Meter zu begleiten, haben eher nichts in diesem Gebiet zu suchen, in dem zwar Kühe und Pferde die Feuchtwiesen ebenso genießen dürfen wie die Zugvögel der nördlichen Hemisphäre, Haustiere, auch wenn es Straßenköter sind, jedoch höchst unerwünscht sind.

Bruno also schloss sich all den Vogelbeobachtern an, die gerade am nächsten standen oder gingen und übte sich gelegentlich in der Verfolgung von Karnickeln – allein, es fehlte ihm die Kondition. Dass er dabei gefährlich nahe an den Nestern der Weihen vorbei streifte, ärgerte die Greife gewaltig – und bot uns Zuschauern spannende Flugmanöver …
Die Paare, die sich Augenblicke zuvor heftigen Streit um Jagdgründe und die besten „Aussichtspunkte“ lieferten, attackierten abwechselnd den vierbeinigen Eindringling und widmeten sich erst wieder ihren Streitigkeiten, als Bruno schon lange das Weite gesucht hatte – ein Stück aus dem wirklichen Leben also …

Nach den majestätisch ausgewogenen Bewegungen der Kondore mithin „echte Äktschn“ …



(Fotos zu
Brunos Störungen)


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Dienstag, Dezember 18, 2007

Keine Sonne über Capri, ...

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… die am Abend hätte rot im blauen Meer versinken können –
weil es kein Meer gibt, sondern „nur“ einen See, der allerdings so malerisch (wenn es die Wolkendecke zuließe) gelegen ist, dass er jedes altdeutsche Wohnzimmer und viele „Kellerstübl“ der sechziger Jahre geschmückt hätte und weil sich der patagonische Himmel mal wieder vor lauter Selbstmitleid stundenlang ausheult.

Unsere Salzburger, die mal eben zum Abendessen von El Calafate rübergekommen sind, taten vielleicht recht, mit dem nächsten Bus dem Regen zu entfliehen, der in einer Nacht aus der Hauptstraße, der Avenida, eine "Laguna" San Martin machte.

Wir hingegen geben dem Himmel und Jack Wolfskin eine Chance und brechen unter tief hängenden Wolken und Nieselregen zum Lago Capri auf. Der Weg führt zunächst steil bergan und gibt Blicke frei auf das breite Tal des Rio de las Vueltas. Durch Blaubeerfelder und Niroswälder gelangen wir zum Mirador Fitz Roy. Den könnte man von hier aus sehen, wenn es denn die Wolkendecke zuließe – Jack hat seine Chance genutzt und uns nicht nass werden lassen – der Himmel vergibt sie … Doch nicht ganz. Hin und wieder reißt es ein wenig auf, so dass man dem Massiv unters Röckchen schauen kann und den Gletscher für einige Finger breit erahnt.

Am Lago Capri macht der Himmel dann endgültig (patagonisch gesehen) dicht. Kein Fischer, keine Sonne.

Kurz vorm Abstieg zum Ort, eine halbe Stunde vor dem ersten Bier, nutzt dann der Himmel seine Chance – und reißt auf. Jack Wolfskin kann einpacken, wir nicht, wir bleiben …

… und steigen am Abend unter einem blanken blauen Himmel auf den „Hausberg“, um den Fitz Roy im letzten Sonnenlicht strahlen zu sehen.


(Fotos zur
Wanderung nach Capri)









Noch blau von gestern Abend …


… zeigt sich der Himmel heute früh – den Engeln sei Dank – und fordert uns, die Sonne im Rücken, entschieden zum zweiten Versuch auf, dem Fitz Roy etwa näher zu kommen. Unsere Wanderschuhe kennen noch den Weg von gestern – ihnen können wir früh am Morgen das Laufen überlassen, zumal die Pfützen deutlich kleiner geworden und die Bohlen über den Bächen nicht mehr rutschig sind – wir übernehmen so lange das Wachwerden.
Die Miradores machen ihrem Namen Ehre, Gevatter Wind hält sich ab dem ersten Märchenwald zurück und der
Fitz Roy strahlt uns nach einer guten Stunde so was von entgegen, dass wir uns ohne Rast dem Ansichtskartenmotiv nähern.

Zu seinen Füßen gesellt sich Sr. El Viento wieder zu uns, lässt jedoch ausgiebige Blicke auf das Massiv zu und treibt uns von hinten durch Niroswäldchen, über Feuchtwiesen und eine Ahnung von Tundra an „Mutter & Kind“ (Lagos Madre y Hijo) vorbei durch weitere Märchenwälder zu einem Hang, von dem aus der Abstieg zum Camino del Lago Torre mindestens so viel Kraft kostet wie der morgendliche Aufstieg – von wegen potentielle Energie, die sich („mit einem Schubs“) in kinetische verwandelt. Hier verbrauchen Auf- wie Abstieg eine Menge (kinetischer) Energie.

Ein kleiner Teil davon kann nach der Rückkehr in den Ort in der einen oder anderen Bar wieder als potentielle physisch wie psychisch ergänzt werden …


(Fotos zur
Wanderung zum Fitz Roy)




Sahnehäubchen …


… sollte der Blick auf den wolkenfreien
Cerro Torre für unsere Wandertouren hier um El Chalten sein. Doch zunächst ist für gut zwei Stunden steilen Anstiegs Fastenzeit angesagt – steinig ist der Weg und steil und er führt nicht geradewegs ins Himmelreich, sondern durch Bergwälder und, zum Verschnaufen, durch Frühlingswiesen, die „freie Sicht“ auf den Fitz Roy versprechen – der lässt auch Schritt für Schritt die Wolkenhüllen fallen.

Nur der Torre hält sich beharrlich bedeckt, vielleicht eine Ahnung von Felsnadel, wenn die Sonne den Wattebausch ein wenig auflockert.
Auf einer Lichtung endlich, kurz vorm Mirador Tumbado, zerzaust ihm der Wind sein Röckchen und gibt den Blick frei auf den eisigen Zuckerguss, der über das Spitzenviertel „des schönsten Berges Patagoniens“ geträufelt worden ist. Seine Nachbarn haben ebenfalls genug vom „Versteckspielchen“ – sicheres Zeichen für uns, umzukehren und der Auffrischung potentieller Energien zuzustreben …

Beim Abstieg begleitet uns der Anblick der beiden Massive, wolkenfrei – wenn das nicht die frühen Mühen gelohnt hat. Der local beer dealer jedenfalls zeigt vollstes Verständnis …


(Fotos zur
Wanderung zum Tumbado)




Da fliegen die Späne, …


… wenn ein solcher Rotschopf mit seinem spitzen Schnabel beitelartig durch die Borke dringt – nachzulesen bei Tom Robbins „Still life with woodpecker“ …

Am siebten Tag uns und dem Wandergebiet ein wenig Ruhe zu gönnen, ist die hehre Absicht, die uns durch die Ebene zum Chorillo del Salto führt. Mutter Natur bedankt sich gebührend, indem sie ihre Hasen auf die Wiese schickt, die Kondore in die Felswände lockt und ganz zum Schluss Woody Woodpecker eine Abschiedsvorstellung in Sachen Holzbearbeitung aufträgt – er bietet die Nummer glänzend dar und lässt sich von uns backstage Gästen kein bisschen beeindrucken …

Nach einer Woche Wandern bei allen Wettern qualmen die Socken – ein wenig Pflastertreten dürfte da nicht schaden.


(Fotos zur
Wanderung zum Salto)


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Montag, Dezember 17, 2007

Verwaltungsgebäude und Herbergen ...

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… machen diese Ansiedlung aus - oder so ähnlich.
Nicht, dass uns die größere und ältere Schwester dieses jungen (1985 gegründeten) Ortes auf den Geist gegangen wäre, doch war uns daran gelegen, eine frühe Überdosis El Calafate zu vermeiden und uns für dort noch paar nette „events“ vor dem Sprung in den Süden aufzuheben.

So führte uns eine Busfahrt nach Norden (endlich wieder von Wanderfreaks frequentiert) durch eine recht hügelige Pampa mit disneygerecht auftauchenden Guanacos und Kondoren, dem seit der Einmündung auf die Ruta 40 ständig näher kommenden gezackten Massiv des Fitz Roy und einem „roadhouse“, in dem ein Kälbchen, das erst noch ein richtiger Bulle werden möchte, nebst seinem Kumpel, einem flauschigen Babyguanaco, durch Küche und Gastraum stromerte und an jedem ausgestreckten Finger nuckelte.

El Chalten wirkt wie eine Wild-West-Stadt im Oberammergau.
Lange vor der ersten Bauordnung gab es viel Platz und einige Desperados, die ihren Traum von Schöner Wohnen je nach Portefeuille in Stein, Holz oder Blech verwirklichten. Die Baufluchten richteten sich damals nach Sonnenstand oder Windrichtung.
Derzeit betoniert man die Gehwege der noch ungeteerten Straßen um die Anwesen herum. Bevor auch der letzte „Damm“, teilweise breit genug, um einen Achtspänner wenden zu lassen (westernmäßig eben …) versiegelt ist, pfeift einem der Wind den patagonischen Staub in die Poren und lässt nach der Dusche jedes Handtuch vom weißesten Weiß seines textilen Lebens träumen.

Bevor wir jedoch in die Stadt einreiten durften, (nein, nein, den Colt konnten wir behalten) wurden wir busladungsweise vom örtlichen Ranger über die dos and donts im Nationalpark sehr unverblümt gebrieft („Belehrung über …“ würde in manchen Klassenbüchern auftauchen). Gemerkt haben wie uns, dass wir unseren Dünnpfiff (vor dem uns Montezuma bisher bewahrt hat) nicht unbedingt in den für die üblichen Zwecke aufgestellten Chemieklos zu verrichten haben - wenn es zeitlich (weil notfallmäßig) eng werden sollte. Allerdings wäre unser Schiss raubtierartig zu verscharren und Hakle 3-lagig in der Plastiktüte mit nach Hause zu bringen – oder sollte es umgekehrt sein …


Weder die Plastiktüte noch Hakle waren auf der Wanderung zum Lago Torre gefragt, dafür physische Standfestigkeit. Auf wunderschön geführten Pfaden ging es durch Wiesen voller Frühlingsblumen und Weihnachtshasen, durch Niroswäldchen an sonnigen Bergflanken entlang und über Endmoränen bis zum Gletschersee. Hier pfiff es wie der Teufel aus allen Löchern, und am Ufer verwehte es Barbara in die eiszeitliche Landschaft. Der Blick auf den Gletscher aus zusammengekniffenen Augen und vor allem die gebückte Haltung, dem Sturm zum Trotz, erinnerten ein wenig an gewisse Ausführungen des Rangers …

„In der Zivilisation“ entschädigten ein wohl sortierter „bottleshop“ und ein gut geheiztes, anheimelndes Zimmer unterm Dach (fast so wie zu Hause) für die Eigenheiten der Witterung …



(paar Eindrücke von
El Chalten)

(Fotos zur
Lago Torre Wanderung)

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Sonntag, Dezember 09, 2007

Nach "Chilenischer Eröffnung" ...


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… der Partie „Wir und das Patagonische Inlandeis“ setzen wir selbige mit der „Argentinischen Rochade“ von
El Calafate aus fort.

Das Städtchen besteht aus einem Kuhfladen an Steinhäusern, von denen keines auch nur hundert Jahre alt ist – von wegen Kolonialbauten also … Dafür Postmoderne, die jeden gewissenhaften Stadtplaner auf die Brücke treibt!
Und dennoch hat dieser Ort etwas – allein vier Läden, in denen „Schokolade, typisch für Patagonien“ in allen Farben und Formen selbst hergestellt und feilgeboten wird, neben jedem Touroperator und Reisebüro nette Bars, Cafés sowie Restaurants der gehobenen Preisklasse und, damit es nicht langweilig wird, Buchläden der edleren Art, die auch anspruchsvollen Nippes im Regal haben – halt, die Geschäfte mit den Edel-T-Shirts und die Outdoorexperten nicht zu vergessen. Hier sitzt die Kohle locker: Kaum Wanderstiefel auf dem Gehweg, dafür edle Lederschläppchen oder Pelz besetzte Botten, dazu Paillettenwestchen und maßgeschneiderte Windstopper. Genau, Wandersleut’, deutlich in der Minderheit, sind hier allenfalls auf der Durchreise.
In dieser Stadt verbringt viel Geld seinen Urlaub. Nicht nur hochpreisige Touranbieter, die ihre Gruppen aus allen möglichen Ländern hier logieren und zu allen Sehenswürdigkeiten fahren lassen – auch wohlhabende (vor allem ältere) Individualos genießen in diesem Ort die raue Wildnis Patagoniens …

Die gibt es wirklich, gut 80 Kilometer entfernt, am Perito Moreno Gletscher. Und dorthin fahren nicht nur die Hotel eigenen Edeltaxen, sondern auch die Linienbusse für Touristen – bis zum Restaurant. Den Rest muss man laufen, will man den Eisriesen nicht nur auf dem Monitor „erleben“. Paar Hundert Meter entfernt und einige Holztreppen tiefer liegt er vor einem, imposant nicht nur wegen seiner Größe (50m hoch, 5km breit, 30km lang), sondern auch wegen des ständigen Knackens und Rumorens in seinem Inneren. Zur rechten Zeit auf die richtige Stelle geschaut, und man sieht, wie ein Eisbrocken abbricht und mit Getöse ins Wasser stürzt.
Leider gibt der Himmel unserem Barometer wieder einmal Recht und hält die Sonne zurück – doch wir kommen wieder!


(paar
Bausünden)

(Fotos zum
Perito Moreno)

(w
ikipedia zum Perito Moreno)

(wikipedia zu
Los Glaciares)

(link zum
Nationalpark Los Glaciares)

(wikipedia zu
Campo de Hielo Sur)



In El Calafate geht es beim Frisör so zu wie „bei uns“ im Wartezimmer eines Kassenarztes: Glücklich, wer einen Termin bekommen hat – alle anderen müssen warten und dürfen mit den „Privaten“ hadern, die mal eben dazwischen geschoben werden. Das macht einem Zeit, sich den Laden genauer anzuschauen und seine Ähnlichkeit im Design mit dem einer Autowerkstatt zu konstatieren: Sämtliche Werkzeuge nebst den flüssigen Zusatzmitteln finden sich wohl sortiert auf einem groben Bord, das Winkel aus einer Eisenwarenhandlung an der Wand halten. Statt der pin ups modische Frisuren von vor zehn Jahren an der Wand, dazu paar Kohlezeichnungstudien (ohne Jahr).

Endlich auf dem Stuhl wäscht einem „Chistina UNISEX“ von hinten gründlich den Kopf – das wirkt ähnlich wohltuend wie die masseurartigen Hände eines arabischen Barbiers und lässt alles Warten vergessen. Wenn frau dann noch zufrieden ist, dass man so aussieht als sei er gar nicht beim Frisör gewesen und ihm für den Rest des Tages die kirchenchorartige Backgroundmusik aus dem Herrn der Ringe in den frei geschnittenen Ohren klingt, wird aus einem profanen Frisörbesuch ein sakraler Event …


(hierzu gibt’s keine themenbezogenen Fotos)



Dürfen es ein paar Gletscher mehr sein?
Anreise per Katamaran nachdem uns der Bus vor dem Hotel eingefangen und durch die Pampa mit ihren schwebenden Kondoren (sic!) rauschend in Puerto Banderas abgesetzt hat.
Auf dem Wasser rauscht es noch stärker, genau, der WIND, WIND, WIND …
Der trägt nicht unerheblich zur Formgebung der Eisberge bei, zu denen die mächtigen Abbruchstücke des Upsala Gletschers vor vierzehn Tagen geworden sind. Seitdem treiben sie träge auf dem Brazo Norte und haben noch zwei, drei Lebensmonate vor sich, bevor sie zu Wasser im Atlantik geworden sind.
Vor dem Upsala betört uns der Spegazzini Gletscher im Sonnenschein (- allen Unkenrufen des Barometers zum Trotz, das sollte erst später mal wieder Recht behalten). Allerdings empfängt er uns mit kräftigem …, …, …! Der ist auch entscheidend daran beteiligt, dass ein riesiges Stück aus der Wand bricht, nach kräftigem Knacken ins Wasser rauscht, völlig verschwindet und nach einigen Sekunden wie ein überdimensionaler Wal wieder auftaucht, bevor es endgültig seine richtige Schwimmlage gefunden hat.


(Fotos zu noch mehr
Gletschern)



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Dienstag, Dezember 04, 2007

Nicht nur im Westerwald ...



… pfeift der Wind so kalt – auch im
Torres del Paine Nationalpark. Und wenn hier im Gletschergebiet Chiles nichts mehr geht, geht immer noch eines: WIND, WIND, WIND …

Bevor wir das an den eigenen vier Backen erfahren durften, gab es noch einmal einen Grundkurs in „Pünktlichkeit ist nicht alles“ – auch wenn der Bus über eine halbe Stunde später kommt als avisiert, er kommt …

Mit Sonnenschein und Nieselregen, oft mit beidem zusammen, schaukelten wir durch ein Stück Pampa, das mitunter irische Landschaftsformen annahm und uns mit Guanacos in Herdenstärke und einigen Vorzeigenandus empfing.
Pünktlich zum Entrichten der Eintrittsgebühr zeigten die Engel, dass sie auch weinen können. Sie wiederholten sich, als wir gerade unsere „Hütte für die erste Nacht“ bezogen, nachdem uns eine herzliche campground Mutti ein Zelt zugewiesen und die Isomatten beschert hatte.

Weil auch hier nichts ewig währt, lockte uns der Sonnenschein zum „Einlaufen“. Bei herrlichem Frühlingswetter gewöhnten wir unsere harten Wanderschuhe an weiche Pfade, genossen blühende Wiesen und duftenden Märchenwald, beruhigten die Augen mit den Lagunas Azul und Verde und ergötzten uns an den Schnee bedeckten Berggipfeln – bis uns der eiskalte Wind nicht nur um die Ohren pfiff und uns mit regnerischer Unterstützung zur Siesta in die Hundehütte zwang.

Gegen Abend, als sich Regen und Wind gelegt hatten, lernten wir auf einem Naturlehrpfad vor allem Respekt vor einem vierbeinigen Bullen, der uns am Waldrand mal eben locker umtänzelte, bevor er zu seinen Mädels zurück stelzte …


(Fotos zu Tag 1,
Ref. Torres)
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(Touren in Patagonien)




Am zweiten Tag

zogen wir nach einer verregneten Nacht, in der das Zelt fast Flügel bekommen hätte, in die feste Unterkunft des Refugios Las Torres um.
Traumwetter und das Massiv des Nieto waren der wohl verdiente Lohn der Angst, als wir uns Richtung Torres del Paine aufmachten. Allerdings pfiff uns ein heftiger Gegenwind von den Bergen durch die Haare und sorgte beim Queren von Sandern für wenig artgerechtes Peeling. Über Kanten hinweg oder um Nasen herum hielt einen nur die gebückte Haltung auf dem schmalen Pfad über dem Rio Ascencio.

Durch eine zweite Variante „Märchenwald“ gelangten wir vor der Luft, die es sehr eilig hatte, geschützt, zum Fuß der Torres. Nach einer knappen Stunde Kraxeln zwischen und über kleine und große Felsbrocken hinweg eröffnete sich schließlich ein Traumblick auf unser Ziel.
Wir brauchten lange, bevor wir uns satt gesehen hatten …

Auf dem Rückweg begegneten uns die ersten Mitreisenden der „Evangelistas“, die das „W“ der lateinischen Ausgangsform entsprechend mit dem Aufstrich beginnend, von West nach Ost erwanderten, während wir, noch immer von unserer Schülerklientel beeinflusst, von rechts nach links stiefelten …

Bei T-Shirt-Wetter und, auf den letzten Kilometern, ohne viel Wind kehrten wir in unsere feste Bleibe zurück.


(Fotos zu Tag 2,
Torres del Paine)




Der dritte Tag

bescherte uns auf unserer Wanderstrecke nach Los Cuernos nur Sonnenschein. Allerdings verhinderte das „volle Gepäck“ ein den Engeln gleiches Schweben. Durch eine sanft hügelige Heidelandschaft führte der Pfad, paar Durststrecken, einige steile Schikanen und Balanceakte bei dem Überwinden reißender Bäche inklusive, zur zweiten Herberge.

Unterwegs begegneten wir unseren Salzburgern – ein wahrer Grund zum Pausieren und Plauschen.

Die Hütten in Los Cuernos waren traumhaft gelegen und schlichtweg berauschend, ob
a) des nahen Wasserfalls
b) der Aussicht auf den unglaublich blauen See
c) des Genusses von CARMEN (so heißt hier der Rotwein …).


(Fotos zu Tag 3,
Los Cuernos)

(Fotos zur
Abendschau)




Am vierten Tag

stand der Himmel auf Sonnenschein, das Barometer hingegen auf Regen. Durch eine spannende Landschaft höhenmeterten wir zum Valle del Frances. Nur wenige Strecken ließen den Pulsschlag sinken oder ermöglichten gar so etwas wie Erholung. Der Blick auf den Gletscher und das Donnern der abgehenden Eisbretter entschädigten ein wenig.

Eine weitere Variante Märchenwald am Rio del Frances schützte vor argen Winden. Vom Mirador aus bot sich ein Traumblick auf den Glaciar del Frances. Immer wieder lösten sich mächtige Eisbrocken und donnerten zu Tal.

Auf dem Rückweg wurde einmal mehr deutlich, dass der Himmel nicht nur lachen kann. Auch wenn er uns mit seinem Weinen nicht mehr erreichte, paar Tropfen spuckte er uns erfolgreich hinterher, kurz bevor das Barometer endgültig Recht be- und wir die wohl verdiente CARMEN in Händen halten sollten …


(Fotos zu Tag 4,
Valle del Frances)




Der fünfte Tag

ließ uns bei leichtem Nieselregen und einigen Sonnenstrahlen, die sich kurzfristig durchsetzen konnten, durch Tundra, Heide und Hochmoor zum Refugio Paine Grande laufen. Das Wetter und die weiten Blicke über eine raue Landschaft mit hohen Massiven im Hintergrund machten das Wandern nicht allzu schwer.

Unter diesen Bedingungen war die Überlegung, das Gepäck von einem Lasttier transportieren zu lassen, rasch vergessen. Den Pferden haben wir das Denken, uns die Rucksäcke überlassen – und diese Art der Arbeits-(ver-)teilung war so weit O.K. In zehn Jahren dürfte über eine Umverteilung nachgedacht werden, wenn wir uns dann noch daran erinnern können …

Weil das Wetter draußen alles andere als „stabil trocken“ aussah, sorgten wir für etwas Feuchtes aus der Bar.
"Sympathy for the Devil" im Ohr, den Lago Pehoe in strömendem Regen im Blick, einen Pisco Sour als Willkommensdrink in der Hand und das weitere Geschehen im Laufe der Zeit nicht mehr so ganz fest im Griff - dafür läuft mensch doch gerne mal paar Stunden im Nieselregen über Stock und Stein …


(Fotos zu Tag 5,
Ref. Paine Grande)




Den sechsten Tag

nutzten wir bei klarem Himmel, wärmender Sonne und brausenden Winden (90 km/h laut Auskunft der Ranger), um zum Grey Gletscher zu wandern – es wurde teilweise ein Kämpfen daraus …

Nicht nur auf dem Lago Pehoe, auch auf der Laguna Los Patos, bauten sich hohe Wellen auf, und der Sturm zauste an allem, das nicht angewachsen war, und machte An- und Abstiege über Geröll- und Schotterstrecken noch schwieriger. Selbst die kleinen Waldflecken boten keinen Schutz. Dennoch waren die Blicke auf die babyblauen Eisberge einige Mühen wert.

Die Hütte des Refugios Grey war zwar voller Betreiber, doch ohne Preisliste und Wechselgeld. So fehlte uns nicht nur der wärmende Kaffee (doch, doch, ist ernst gemeint), sondern auch der erwärmende Blick vom Mirador aus: Der Glaciar Grey lag ohne Sonnenschein ganz grey im Nieselregen – und ein Foto war ob des Sturmes, der kein ruhiges Händchen zuließ, nicht drin.
So bissen wir uns also die gut elf Kilometer zurück ins Warme, nicht ohne ein wenig nass gesprüht zu werden. Pünktlich zum ersten Glas im Trockenen peitschte dann der Regen nieder …


(Fotos zu Tag 6,
Glacier Grey)




Am siebten Tag

hatte ER seine Ruhe. Wir hingegen genossen noch einmal den Blick über unser Tal auf die Massive Paine Grande und Cuernos del Paine, bevor wir mit dem Katamaran über den Lago Pehoe nach Pudeto fuhren und dabei all die Gebirgszüge noch einmal als Film in realiter vorbeiziehen sahen, zu deren Füßen wir während der vergangenen Tage geschritten waren.

Das Wetter meinte es gut mit uns und der Busfahrer auch – er hielt unterwegs, um uns an „seiner“ Landschaft optisch und digital teilhaben zu lassen.

In Puerto Natales pfiff dann ein anderer Wind, eiskalt und scharf. Glücklich diejenigen, die sich in eine warme Butze verziehen konnten …

Zeit, dass die Wäsche trocknet und wir auf die argentinische Seite kommen. Dort sei es viel wärmer, meinten eingeweihte Kreise. Wir werden zu berichten wissen …


(Fotos zu Tag 7,
Rückfahrt)




(link zur
Tourbeschreibung)

(link zu
Conaf)


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