"Wer sich beeilt, ...
… verliert Zeit“, scheint das Motto zu sein, nach dem sich die Bewohner dieser Insel nicht nur bewegen …
Und das hat durchaus etwas für sich - nach Puerto Montt, unserer bisher
einzigen Stadt in Chile, in der es nicht nur geschäftig, sondern ausgesprochen angespannt und hektisch zugeht. Menschen mit verkniffenen Gesichtern, hochgezogenen Schultern, leicht stur wirkend, die eher „hartes Leben“ spiegeln denn easy going. Nicht, dass einem die Menschen hier in Castro auf dem Gehweg auswichen oder beim Einsteigen in den Bus den Vortritt ließen – warum auch – doch läuft hier vieles gemächlicher ab, wirken die „Städter“ entspannter. Und dennoch ist der Pisco Sour nicht nur ebenso gut, sondern auch genau so schnell auf dem Tisch wie überall sonst in diesem lang gestreckten Land.
Wer sich nicht beeilt, lautet der Umkehrschluss, wird schneller nass. Wären wir nicht bei strahlend blauem Himmel hier angekommen und nicht bei sternenklarem an der Uferpromenade zurück in unsere Kemenate geschlendert, wir hätten dem Verfasser unseres Reiseführers mindestens unkontrollierten Euphemismus unterstellen müssen, ließ er doch drucken, dass es auf Chiloe „häufig regnet“ …
Aus unserem Zimmer blicken wir auf das gegenüberliegende Ufer der Schlei, viel
blühender Ginster dieses Jahr - und den Landungssteg der chilenischen Kriegsmarine haben sie auch neu gebaut …
Das Wochenendwetter ist wie in Lübeck, wenn Bernhard nicht in Berlin weilt, und die Wirtsleute sind aufmerksam freundlich (Spätstück gegen elf Uhr ist kein Thema), auch wenn der Zimmerservice eher an Nachwendezeiten in Ahrenshoop erinnert …
Das Leben im Ort ist unaufgeregt, die Menschen wirken nicht gerade wohlhabend, doch wird am Wochenende kräftig gekauft – eher Billigzeugs aller Art (Karl-Marx-Straße eben), auch wenn die Geschäfte hier höchst luxuriösen Krempel anbieten – zu minimalen Preisen – die Fixierung auf „Marken“ fehlt, wie fast überall in Chile … Und an Weihnachten erinnert derzeit ausschließlich der „Schnäppchen“plastikweihnachtsbaum zu umgerechnet sieben Euro und zwei, drei Weihnachtsmänner, die sich an den Fallrohren der Dachrinnen hochhangeln …
Das Stadtbild wird von ein- höchstens zweigeschossigen Holzhäusern geprägt,
die bis auf wenige Ausnahmen mehr Pflege vertrügen. Farbe ist reichlich und das gesamte Spektrum abdeckend im Spiel, doch blättert sie all überall.
(Fotos zu Chiloe)
(sonnige Chance für Castro)
(wikipedia zu Chiloe)
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1 Kommentar:
Liebe Barbara, lieber Willi!
Vielen Dank für Eure Karte, die
interessanten Berichte und die schönen Bilder. Am 18.01.08 ist Kegleressen. Alle Kollegen lassen grüßen. Alles Gute wünscht Heinz.
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