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Sonntag, Oktober 21, 2007

"Stadt des ewigen Frühlings" ...

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… lässt sich ARICA nennen – und wir können dem dann uneingeschränkt zustimmen, wenn wir an unsere Eisheiligen denken … Just als wir eintrafen, gab es eine kleinere klimatische
Verstimmung: Die aus Lima bekannte garua, jener Küstennebel, der dort für ein halbes Jahr Sonne und Mond verschwinden und frisch gewaschene T-Shirts nicht trocknen lässt, herrschte auch hier und bescherte uns einen eher „kühlen Empfang“.
Auch das Stadtbild des „historischen Zentrums“ konnte uns nicht so recht erwärmen – fehlte doch der obligatorische zentrale Platz - und hätten die Straßenzüge ebenso in einer grenznahen Kleinstadt New Mexicos liegen können: ein- bis zweistöckige, verschiedenfarbige Schuhkartons mit Billigläden wie in der Karl-Marx-Straße, ein offen verlaufendes Chaos an Stromleitungen und quer aufgehängte Ampeln.

Doch: Die Ampel springt auf GRÜN, keiner fährt – und NIEMAND hupt … Bei ROT wird sogar angehalten. Wer um die Ecke will, setzt den Blinker – und hält sich an die angekündigte Richtung, Zebrastreifen haben einen deutlich höheren Stellenwert als in Berlin …

Abends in der Fußgängerzone erinnerte aber auch gar nichts an „Zone“ – geöffnete Läden mit reichhaltigem Angebot aller Arten von Konsumgütern, entspannt flanierende Menschen, nette Restaurants, in denen aufgeräumte, mehrsprachige Kellner freundlich bedienten. Und als hätten die Aricenas es geahnt, zelebrierten sie gerade an diesem Abend den Carnival del Sol.
In mehr oder weniger traditionellen Kostümen, die auch in Rio nicht unangenehm aufgefallen wären, tanzten, trommelten oder pfiffen sie, wenn schon nicht den ewigen Frühling, so doch die Sonne herbei.

Und hatten Erfolg:
Nach dem Frühstück scheint die Sonne auch in der Fußgängerzone, in der die Einheimischen jeden Quadratmeter genießen. Überwiegend modisch chic gekleidet bummeln sie „in Familie“. Väter schieben Kinderwagen, führen die Kleinen an der Hand oder tragen sie, im Gestell von Storchenmühle, vor der Brust. Man, eher Frau, jeden Alters, zeigt ausgiebig, was sie hat, modebewusst – das hebt auch die Stimmung.
Allerdings ist weiße Haut DIE FARBE.
Anders als selbst noch in Arequipa fallen hier kaum Indigene ins Auge. Es leben hier fast keine „Ureinwohner“ (mehr) – vertrieben?, ausgerottet?, weggezogen??? Der einzige Mensch mit indianischen Zügen scheint uralt und ein wenig daneben. Er sitzt an einer Ecke in der Sonne, spielt indianische Weisen auf einer Panflöte und scheint den Hinweis der Passanten „Verpfeif dich!“ missverstanden zu haben – er spielt schrecklich falsch …


Einige, wenn auch nicht überragende, Sehenswürdigkeiten im kolonialen Sinne bietet Arica
schon: die aus eisernen Fertigteilen zusammengeschraubte Kirche, die niemand anders als Gustave Eiffel konstruiert hat und die in Frankreich angefertigt wurde, das alte Zollgebäude, das er gleichfalls entworfen hat und den Fischereihafen, der mit Pelikanen, Seelöwen und Seebären aufwartet und uns endlich HIER richtig ankommen lässt.

HIER ist eben nicht mehr PERU, und wir werden uns alle Mühe geben (müssen), uns daran zu gewöhnen. Aber wir sind ja noch jung und mit der einheimischen Währung kommen wir bereits weitgehend klar: ausgewiesener Betrag geteilt durch 700 (SIEBENHUNDERT) gleich Betrag in Euro, ganz einfach – die erste Mail, die uns
rechnerisch richtig sagt, wieviel Euro wir hier auf den Tresen legen müssen, um als Millionär angeredet zu werden, ist der Gutschein für einen Drink in Berlin …


(mehr
erste Eindrücke)

(wikipedia zu
ARICA)


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